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- Erstellt am Mittwoch, 15. August 2012 09:28
Die Lemmerzbäder in Königswinter-Altstadt
Das städtische Lemmerz-Hallenbad im Schulzentrum Königswinter/Altstadt läuft prächtig. Eine engagierte Truppe, die sich "Schwimm-Treff" nennt, betreibt Bad und Imbissraum, sorgt für Sauberkeit, hält Spielgeräte für kleine Gäste bereit, gibt Schwimmkurse. Doch das Bad soll weg, meinen führende Königswinterer Entscheidungsträger.
Farbe bekennen für das Lemmerz-Hallenbad
Der Stadtrat soll endlich Farbe bekennen. Wo soll der Standort des Hallenbades liegen? Das Bad ist kein Projekt zur Wirtschaftsförderung. Es geht um Schulschwimmen, um öffentliche Daseinsvorsorge, um Erreichbarkeit auch mit der Stadtbahn ohne PKW. Dort, wo sich das Hallenbad heute befindet, im Schulzentrum Königswinter-Altstadt, werden die meisten Besucher erreicht. Hier ist das Bad von den Menschen angenommen. Nach Besucherzahlen und Kosten arbeitet es wirtschaftlich im Vergleich zu anderen Bädern.
Trotzdem steht der Standort des Hallenbades im Schulzentrum Königswinter zur Disposition. Die Politik will nach Oberpleis, und hat dort schon mal einen Bebauungsplan aufgestellt; obwohl das dortige Hallenbad vor einigen Jahren wegen fehlenden Zuspruchs aus der Bevölkerung beseitigt worden ist! Vielleicht aber auch in Rheinufer-Nähe, mit Aussicht auf den Rhein: dort hat die Stadt ein schönes Grundstück an der Hand. Nein, es geht der Politik nicht um den besten Standort für die Menschen. Es geht um Privatisierung. Man glaubt an Einsparungen im städtischen Haushalt, wenn das Hallenbad in ein Wirtschaftszentrum mit zusätzlichen Angeboten im Gastronomie- Gesundheits-, Wellness- und Verkaufs-Bereich verwandelt wird. Das bedeutet schlechte Karten für den besten Standort im Schulzentrum Königswinter-Altstadt; es fehlt dort an Raum für kommerzielle Entwicklungen.
Wir meinen, der Standort des Lemmerz-Hallenbades im Schulzentrum Königswinter-Altstadt muss gesichert und gestärkt werden. Was gut funktioniert, soll man nicht kaputt machen. Die Standortvorteile: Nähe zum Schulzentrum, Attraktivität des Angebots, Anbindung an die Stadtbahn, dürfen nicht aufgegeben werden. Das Votum der Bürgerschaft für die Option Sanierung muss respektiert werden.
Lemmerz-Freibad naturschutzverträglich gestalten
Die Politik giert nach kommerziellen Nutzungen auf dem Gelände des Lemmerz-Freibads am Oberweingartenweg, mitten im Naturschutzgebiet Siebengebirge. Voraussetzung dafür ist - neben einer Befreiung von den Verboten der Naturschutz-Verordnung - ein Bebauungsplan, an dem die Politik eifrig werkelt. Der Entwurf sieht vor: Schank- und Speisewirtschaften, Anlagen für "gesundheitsorientierte" Geschäfte, Ausdehnung der Betriebszeiten auf Abend- und Nachtstunden, Ganz-Jahres-Betrieb. Kommerz überwindet Naturschutz, so sieht es die Politik. Das Freibad wird Nebennutzung.
Die Naturschutzverbände wehren sich allerdings (Einwendungen des BUND vom 22. August 2012 ), Ausgang ungewiss, ein Rechtsstreit nicht unwahrscheinlich. Wegen Vernachlässigung des Vogelschutzes beim Bau des Glaskubus auf dem Drachenfels ermahnte der Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht Köln die Stadt und die Landschaftsbehörden wörtlich: "Sie nehmen den Naturschutz nicht ernst". Will die Stadt die von ihr präferierten kommerziellen Nutzungen auf dem Freibadgelände durchsetzen, muss sie die Naturschutzverträglichkeit in einem förmlichen Verwaltungsverfahren nachweisen. Das kann ein langer Rechtsstreit werden.
Wir meinen, das Lemmerz-Freibad muss Bestandteil des Naturschutzgebiets Siebengebirge bleiben. Es darf nicht zu einem nachhaltigen Störungsfaktor für Natur und Umwelt mutieren. Im Gegenteil: Das Freibad-Gelände ist der geeignete Ort, um die Verträglichkeit zwischen Natur und Landschaft einerseits mit der Tourismusdestination als Ort der landschaftsgebundenen Erholung andererseits glaubhaft zu präsentieren. Die Fortentwicklung des Lemmerz-Freibades zu einem Naturbad mit wasser- und energiesparenden Anlagen würde diesem Anliegen gerecht werden (Fundstelle - Abschnitt Bürgerverein).
Bürgerverein "Rettet unsere Lemmerzbäder" e.V.
Seit dem Jahre 2006 kämpft der Bürgerverein Rettet unsere Lemmerzbäder für die Sanierung der Bäder. Die Bürger wollen beide Bäder an Ort und Stelle sanieren, sie unterstützen das erfolgreiche Schwimmtreff-Team. Sie sind überzeugt: Sanierung ist für die Stadt wirtschaftlicher als Neubau und Kommerzialisierung (www.Rettet-unsere-Lemmerzbäder.org).
Die Zusammenarbeit der Bürger mit der Stadt in der Bäder-AG (www.Rettet-unsere-Lemmerzbäder.org) war vorbildlich. Gemeinsames Ziel war die Sanierung des Hallenbades und die Umwandlung des Freibades in ein Naturbad. Die Machbarkeit dieses Projektes wurde nachgewiesen (>Fundstelle . . . . . ).
Die Zusammenarbeit scheiterte, nachdem die Politik den Hallenbadstandort am Schulzentrum Königswinter-Altstadt gegen den erklärten Bürgerwillen opferte, und einen Standort in Oberpleis planungsrechtlich auswies. Zudem wurde die Naturbad-Option aufgegeben. Seitdem befindet sich die Politik auf Konfrontationskurs zu ihren Bürgern. Sie legte sich fest auf Privatisierung, Kommerzialisierung, sowie "Öffentlich-Private-Partnerschaft" - ÖPP (> Fundstelle - Abschnitt Haushaltsrisiko ÖPP), und hört nicht mehr zu. Sie betreibt das Vergabeverfahren zur Bäder-Neuordnung hinter verschlossenen Türen. Sie hält die für alle Investoren verbindlichen Ausschreibungsbedingungen unter Verschluss. Sie behindert ein erfolgreiches Bürgerbegehren, das z.B. den Standort des Hallenbades festlegen würde, nach Kräften. Sie lässt die Vorsitzende des Bürgervereins polizeilich abführen, als sie das Recht auf Transparenz einfordert. Bürgernähe sieht anders aus.
Im Bäderlied (> Fundstelle) mokiert sich der Bürgerverein über den Umgang mit Politik.
Haushaltsrisiko: ÖPP-Verfahren für die Lemmerzbäder
Es geht hier darum, ob das ÖPP-Verfahren zur Neuordnung der Bäderlandschaft in Königswinter erfolgreich sein kann. Beim Siegburger Hallenbad ist ÖPP gerade gescheitert. Beim WCCB Bonn herrscht seit Jahren Stillstand am Bau. Auch die Königswinterer Verantwortlichen sollten schon mal Geld beiseite legen, für den Fall des Scheiterns dieses ÖPP-Projektes.
Schon die Vorbereitung des ÖPP-Verfahrens für die Lemmerzbäder hat viel Geld verschlungen, rd. 200.000 Euro für Gutachten, Beratungen pp. Die Stadt war nicht in der Lage, bundesweit ein einziges erfolgreiches ÖPP-Verfahren nachzuweisen für ein Objekt, das mit dem Bäder-Verfahren in Königswinter vergleichbar wäre (Ratssitzung am 25. 9. 2012), gab aber zu, dass viele solcher Verfahren bundesweit gescheitert seien, wie eben auch das in Siegburg.
Der Rubikon ist nun überschritten. Im dritten Anlauf hat der Rat am 25. 9 1012 die Fortsetzung des ÖPP-Verfahrens beschlossen und weitere 21.000 Euro bewilligt, als Einstiegshonorar für Beratungsleistungen im ÖPP-Verfahren, da der Stadt die Fachkompetenz fehlt, das Verfahren selbst betreiben zu können. Jeder Verantwortliche in Rat und Verwaltung kennt nun das Risiko dieses ÖPP-Verfahrens und sollte eine gute Haftpflichtversicherung abschließen.
Risikofaktor 1:
Die Stadt begibt sich in die Hand eines Beraters, dessen Rat sie fachlich nicht beurteilen kann.
Risikofaktor 2:
Gegenstand des Vergabeverfahrens sind die Bauinvestitionen und die Gewährleistung des Betriebes für jeweils 30 Jahre. Die Wirtschaftlichkeit dieses Invests über einen derart langen Zeitraum ist nicht kalkulierbar. Die Gemengelage von kommerziellen und öffentlichen Nutzungen ist unklar; Daten über die Aufteilung der Bewirtschaftungskosten liefert der Betreiber, sicher nicht zu Gunsten der öffentlichen Hand.
Risikofaktor 3:
Inwieweit auf dem Gelände des Freibads kommerzielle Nutzungen rechtlich zulässig werden, steht erst nach Beendigung der bauplanerischen und landschaftsrechtlichen Verfahren fest. Das Vergabe-Verfahren läuft aber schon jetzt.
Risikofaktor 4:
Ein etwaiges Bürgerbegehren zur Festlegung des Standortes für das Hallenbad verändert die Vergabebedingungen.
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- Erstellt am Mittwoch, 15. August 2012 09:28
Straßen im Siebengebirge
Untätigkeit von Behörden und Kommunen
Der Straßenverkehr im Siebengebirge nimmt weiter zu, vor allem, aber nicht nur, auf der Verbindungsstraße (L 331) von der Autobahn A 3, Anschlussstelle Siebengebirge, quer durch das Herz des Siebengebirges, zur vierstreifig ausgebauten B 42 im Rheintal. Lärm und Autoabgase mindern die Lebensqualität der hier wohnenden Menschen, und schaden dem Naturschutz.
Die Behörden schauen dieser unerwünschten Entwicklung seit vielen Jahren tatenlos zu. Das ist unverantwortlich. Denn es ist klar: Die L 331 ist eine Landstraße; sie ist keine Querspange mit der Funktion, Bundesfernstraßen miteinander zu verbinden. Diese Aufgabe erfüllt die A 560, die Siegtalautobahn. Seit Eröffnung der Siegtalautobahn dienen die Straßen im Siebengebirge wieder der ihnen originär zukommenden Funktion: der Abwicklung des Ziel- und Quellverkehrs im Siebengebirgsraum. Wer nach Bonn durchfahren will, mag die Autobahnen nutzen, die im Bogen um das Siebengebirge herum führen. Er/sie schont damit die Menschen und die Natur - und nicht zuletzt sich selbst, denn es ist bequemer, mit gleichmäßig hoher Geschwindigkeit zu seinem Ziel zu kommen, als mit Stop and Go durch Ortschaften und Naturlandschaften.
Veränderung der Straßeninfrastruktur
Der VLSR wundert sich, warum die Straßenbaubehörden nicht schon seit Jahren begonnen haben, die Straßen im Siebengebirge ihrer aktuellen Verkehrsbedeutung gemäß auf "Normalmaß" zurück zu setzen. Solange der Kraftfahrzeugwahn bei Politikern und Straßenbauern anhält, wird es schwer, Verkehrsberuhigung im Siebengebirge und Öffentlichen Nahverkehr durchzusetzen.
Kraftfahrzeugwahn
Wer Vertreter des Kraftfahrzeugwahns sucht, findet den Landrat des Rhein-Sieg-Kreises. Als seine schwerste politische Niederlage bezeichnete er den Rausschmiss einer zweiten Querspange von der A 3 zur A 59/B 42 aus dem Bundesverkehrswegeplan 2004. Er meinte den Ennertaufstieg, wenige Kilometer parallel zur Siegtalautobahn. Es wäre besser gewesen, er hätte die Verlängerung der Stadtbahnlinie 66 zur Bahnlinie im Siegtal vorgeschlagen und durchgesetzt. Für einen Autofreak wäre das respektabel gewesen. Auch ohne Schienenverbindung von der Sieg nach Bonn: Für den Naturraum Siebengebirge ist ein Paradigmenwechsel angesagt: Verkehrsberuhigung und Ausbau des Öffentlichen Verkehrs.
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- Erstellt am Mittwoch, 15. August 2012 09:28
3. Straßenausbau
3.1 Neue Anschlussstelle für nördliche Destinationen an die A 3 bei Dambroich
Der VLSR befürwortet eine neue Anschlussstelle für nördliche Destinationen an die A 3 bei Dambroich, von der Pleistalstraße - L 143 - aus. Damit deutlich mehr Kfz die A 3 nutzen, das Siebengebirge umfahren (Link Nr. 1.1.2), die Wohngebiete entlasten.
Die A 3 sollte den KFZ-Verkehr künftig ebenso gut bündeln und lenken, wie die Siegtalautobahn schon heute (drei Zufahrten auf acht KM vom AK Bonn-Siegburg zum AD St. Augustin-West). Auf der A 3 gibt es keine einzige Zufahrt auf elf KM zwischen ASt. Siebengebirge und AK Bonn/Siegburg. Der VEP 2020 Bonn (link zu Nr. 2 - VEP) fordert die Bündelung des KFZ-Verkehrs auf den Autobahnen, um Wohngebiete und innerstädtische Straßen in Bonn zu schonen. Das gilt für das Siebengebirge gleichermaßen.
Der VLSR erwartet als Folge dieser Maßnahme eine deutliche Verkehrsentlasung, vor allem in Birlinghoven und Niederholtorf. Pleistalstraße und Löwenburgstraße könnten zurück gebaut, die Ortskerne städtebaulich aufgewertet werden (Beispiele: L 331 Ittenbach, L 193 Oberkassel).
Neue Zufahrten zur A 3 mit südlichen Destinationen darf es nicht geben. Sie wären schädlich für die Wohnlagen der Siebengebirgsorte, denn sie ermuntern zu Abkürzungen und Schleichwegen durch das Siebengebirge.
3.2 Erschließung der neuen Trabantenstadt Hoholz - Landwirtschaftskammer-Gelände
Die städtebaulichen Planungen der Stadt Bonn stehen noch am Anfang. Das Gebiet zwischen Ungartenstraße (K 8) und Landwirtschaftskammer, Siebengebirgssstraße (L 83) und Wielesbach (bei Ungarten) soll städtebaulich "entwickelt" werden (siehe Karte). Wohnungen für 5.000 Menschen könnten dort entstehen, gewerbliche Nutzungen, ein Fachhochschul-Campus. Es gibt viele Vorschläge.
Und es gibt viele Fragen! Zum Beispiel nach der verkehrlichen Erschließung des neuen Baugebietes. Ein Tunnel durch den Ennert? Kann niemand bezahlen. Erschließung über die Löwenburgstraße (K 8) in Niederholtorf, die Hauptstraße (L 83) in Holzlar, die Langemarckstraße (L 490) in Oberkassel? Die Anwohner werden begeistert sein. Oder durch die freie Landschaft zwischen Vinxel und dem Naturschutzgebiet? Um den Landschafts- und Erholungsraum am Rande des NSG abzuwerten! Um dem Rotmilan, der ökologischen Leitart für die Hochfläche östlich Dollendorfer Hardt und Ennert den Lebensraum zu nehmen. (?Link zu Masterarbeit zu Leitarten im nördlichen Siebengebirge?). Die Lebensqualität im Siebengebirgsraum darf nicht beeinträchtigt werden.
Wünschen sich eigentlich die Bürgerinnen und Bürger in Holzlar, Holtorf, Ungarten, Roleber, Hoholz, Vinxel und Stieldorf ein dichtes Siedlungsgeflecht in ihrem Wohnumfeld, ein Zusammenwachsen der Städte Bonn und Königswinter? Wer sich auf geltende Planungen verlässt: Naturschutz für Bachläufe und Uferzonen, ansonsten durchgängig Landschaftsschutz und landschaftsorientierte Erholung, im Landschaftsplan Ennert und im Regionalplan Bonn-Rhein/Sieg (Karten einfügen, Friedhelm) wird sich später einmal die Augen reiben. Planer und Investoren arbeiten an einem gänzlich veränderten Lebens-Umfeld.
3.3 Anschlussstelle Maarstraße an die A 59 (Flughafenautobahn)
Der Schwerlast-Verkehr aus den Gewerbegebieten in Beuel-Süd braucht diese direkte Anbindung an die A 59, bei gleichzeitiger Schonung der Wohnbevölkerung im Umfeld der Königswinterer Straße in Bonn. Die neue Anschlussstelle belastet den KFZ-Verkehr im Siebengebirge nicht zusätzlich; denn sie erhält keine direkte Verbindung nach Osten zur K 8 (Pützchens Chausée) in den Ennert hinein. Dieses Konzept sollte auch umgesetzt werden.
3.4 Autobahndreieck Bonn-Ost (Ramersdorf) fertig stellen
Braucht die Region Bonn-Rhein/Sieg den Autobahnanschluss Dornheckensee am Autobahnknoten Ramersdorf (siehe Link) mitten im NSG Siebengebirge (Link Luftbild Ramersdorfer Knoten mit Dornheckensee)? Dieses über 40 Jahre währende Provisorium bringt mehr Schaden als Nutzen, beeinträchtigt den Naturraum am Dornheckensee und trägt erhebliche verkehrliche Belastungen in die Siebengebirgsorte, die so nicht erforderlich sind.
Viele haben sich an das Angebot gewöhnt, von der Südbrücke via Ennert auf kurzen Wegen nach Pützchen, Niederholtorf, in das Pleistal und die östlich angrenzenden Gebiete fahren zu können. Das ginge aber auch von der Anschlussstelle Landgrabenweg aus, 1,5 Kilometer weiter westlich. Von hier geht es auf gut ausgebauten städtischen Straßen ebenfalls direkt ins Siebengebirge (Ennert), oder auf der Autobahn um das Siebengebirge herum ins Pleistal. Wer sich das zumuten möchte, kann auf die Zufahrt Dornheckensee verzichten. Der Autobahnknoten Ramersdorf könnte zu einem Autobahndreieck entwickelt, entbehrliche Straßenflächen entsiegelt werden. Der Push-Pull-Effekt der Maßnahme (Link zu 1.1.1) würde den Querungsverkehrs durch das Siebengebirge dämpfen und den Anreiz verstärken, das Siebengebirge auf den Autobahnen zu umfahren. Zu den Gewinnern würde der Naturschutz gehören: die Felswände am Dornheckensee sind potentielle Brutgebiete des UHU.
3.5 Verkehrsbedarf Krötenstraße (K 25)
Der VLSR hinterfragt den Verkehrsbedarf für die vor 40 Jahren erbaute Kreisstraße 25 an der Dollendorfer Hardt, von der Heisterbacher Straße (L 268) bis zur Vinxeler Straße (L 490), mitten durch das Naturschutzgebiet Siebengebirge. Entfiele die K 25, entfielen auch die Anreize, Verkehre von der L 490 auf die L 268 zu verlagern (Link zu 1.1.3). Gewinner wäre der Natur- und Artenschutz im Siebengebirge.
Die Erdkröten brauchen sie nicht, die K 25. Sie sterben auf ihr zu Hunderttausenden, auf ihren Wanderungen von den Laichgebieten zu ihren Lebensräumen und zurück, unter den Augen der Straßenverwaltung und der unteren Landschaftsbehörde. Weil die K 25 nicht rechtzeitig gesperrt, die Sperrung nicht beachtet, wirksame Schutzvorrichtungen nicht finanziert werden. Es stinkt schon mal modrig von den Kadavern der überfahrenen Amphibien. Wem der Artenschutz etwas wert ist, wird auf die K 25 leichten Herzens verzichten.
Wo eine Straße gebaut wird, wird sie auch genutzt! Dieses Grundgesetz des öffentlichen Straßenbaus wirkt wie eine Bestandsgarantie auch für die K 25, zumindest scheinbar. Doch braucht man sie wirklich, bei einer Auslastung von um die 15 v.H? Nur weil Einige auswählen mögen, das Siebengebirge auf der Heisterbacher - oder der Vinxeler Straße durchqueren zu dürfen? Weil eine Tarifzone weniger Fahrgeld zahlt, wer an der Haltestelle Oberkassel-Süd / Römlinghoven in die Stadtbahn steigt, statt in Oberdollendorf? Derartige Besitzstände dürfen nicht unantastbar sein.
Der VLSR tritt für einen Rückbau der K 25 ein. Aus Gründen des Natur- und Artenschutzes. Der erhebliche finanzielle Aufwand für Krötenschutz-Einrichtungen kann für wichtigere Zwecke verwendet werden. Wirksam zugunsten der Amphibien wären ohnehin nur teure bauliche Einrichtungen wie Krötenschutzzäune und Straßenunterquerungen. Die werden sich nicht auf Dauer vermeiden lassen, falls die K 25 bleibt.
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1. Paradigmenwechsel - Entschleunigung im Siebengebirge
1.1 Vorrang für Geschütztes Wohnen
Die Siebengebirgsregion braucht einen Paradigmenwechsel beim Straßenbau: Das Siebengebirge als gemeinschaftlichen verkehrsberuhigten Raum entwickeln. Die Arbeitsplatz-, Dienstleistungs- und Geschäftszentren an Rhein und Sieg sind auf dem Autobahnbogen um das Siebengebirge herum schnell erreichbar. Die Wohnqualität dagegen ist vielerorts verbesserungsfähig und -bedürftig. Für die letzte Meile zur jeweiligen Wohnung sind Schnelligkeit und Leichtigkeit des Verkehrs nicht mehr ganz so entscheidend. Die hohe Belastung der Menschen durch den Straßenverkehr kann und soll deshalb zurückgeführt, der öffentliche Bus- und Schienenverkehr schrittweise entwickelt werden.
Bis 1990, als Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik war, wurden die Verbindungsstraßen von der Autobahn Köln-Frankfurt (A 3) durch das Siebengebirge zur vierspurigen Bundesstraße im Rheintal (EB 42 / A 59) systematisch begradigt, erweitert und ausgebaut - auf Kosten der Wohn- und Aufenthaltsqualität, vor allem in Ittenbach, Oberdollendorf und Niederholtorf, und gleichermaßen auf Kosten der Premium-Qualität Naturschutz im ältesten deutschen Naturschutzgebiet. Seit der Eröffnung der Siegtalautobahn wird das Siebengebirge als Durchfahrtsgebiet nach Bonn nicht länger gebraucht.
Aus dieser veränderten Situation müssen Folgerungen gezogen werden mit dem Ziel, die Siebengebirgsquerungen zu entschleunigen, um unsere Wohnstandorte und Ortslagen aufzuwerten. Verkehrsberuhigung statt neuer Straßen! Den Anfang könnte die Königwinterer Straße (L 331) machen, die zur Deutschen Alleenstraße zählt (Link zu 1.4.2). Sie darf nicht länger als Schleichweg nach Bonn missbraucht werden, um den Autobahnbogen über die Siegtalautobahn zu vermeiden.
Der Schlussbericht der Verkehrswirtschaftlichen Untersuchung zur Mobilitäsentwicklung in unserer Region vom 8. August 2011 (Link zur Fundstelle der VUM) empfiehlt verkehrsberuhigende Maßnahmen im Siebengebirgsraum (trotz grundsätzlicher Befürwortung des Ennertaufstiegs). Zitat (S.131): "Die Kombination von `kleinen Maßnahmen` zu sogenannten `Push-Pull-Effekten` (Anreize zur Veränderung der Wege- und Verkehrsmittelwahl) sollte von den Entscheidungsträgern forciert werden". Das deckt sich mit den Ergebnissen, zu denen das Planungsbüro Grebe im Auftrag des Rhein-Sieg-Kreises in seinem Gutachten im Dezember 1993 gelangte: es verwirft den Ennertaufstieg grundsätzlich wegen schädlicher Folgen für die Menschen im Siebengebirge und die Natur; es empfiehlt statt dessen ein "Bündel von Maßnahmen" verkehrsberuhigender und -lenkender Art, um die erforderliche Entlastung zu bewirken (Link auf Grebe-Gutachten). Sorgfältig geplante Push-Pull-Effekte sind die Alternative zum Ennertaufstieg (Null-Plus-Variante). Die 20 Jahre andauernde Untätigkeit bei der Verkehrsentwicklung im siebengebirgsraum muss beendet werden.
1.2 Umfahrung Siebengebirge zumutbar
Autofahrer, die wählen können (und wollen) zwischen der Umfahrung des Siebengebirges auf den Autobahnen (Autobahnroute) einerseits, der Querung des Siebengebirges auf Landstraßen andererseits, wägen ab die Länge der Wege, den Zeitaufwand, die Erwartung von Staubildungen und die Fahrdynamik der Strecke (Stop and Go).
Bei Fahrten mit den Destinationen Flughafen und Köln (Köln rrh, -Mitte - A 59) ist die Autobahnroute (gemessen ab Anschlussstelle Siebengebirge der A 3) kürzer, die Fahrdynamik angenehmer. Bei Fahrten mit der Destination Nordbrücke Bonn ist die Autobahnroute um wenig mehr als 4 KM länger, die Fahrdynamik aber deutlich günstiger (keine Ortsdurchfahrt; keine kurvenreiche Landstraße). Bei Fahrten mit der Destination Südbrücke Bonn und Bonn-Beuel sind signifikante Anreize zur Veränderung der Wege- und Verkehrsmittelwahl erforderlich, um die Attraktivität der Siebengebirgsrouten zu mindern. Dies wäre zu unterstützen durch leichtere Zufahrten zur A 3 ("einhüftige" Zufahrten für nördliche Destinationen) von der L 143 (Pleistalstraße) und der L 268 (Dollendorfer Straße) aus (Link zu 1.3.1).
Die aktuell lästigen Staubildungen an der Einmündung der Siegtalautobahn (A 560) in die Flughafenautobahn (A 59) werden der Vergangenheit angehören, sobald der achtspurige Ausbau der A 59 zwischen den Autobahn-Dreiecken St. Augustin West und Bonn Nordost realisiert ist (Link zu 1.4.1).
1.3 Alle sitzen in einem Boot
Die Menschen in den Siebengebirgsorten sitzen im selben Boot, in Holtorf ebenso wie in Hoholz, Birlinghoven, Rauschendorf, Vinxel, Heisterbacherrott, Oberdollendorf, Ittenbach u.a. Für Alle gilt: Weniger Lärm, weniger Schadstoffbelastung als gegenwärtig. Die aktuellen Vorbelastungen durch Fluglärm, Eisenbahnen und Autobahnen sind störend genug! Wer die Verlagerung von Verkehrslärm und Schadstoffimmissionen vom eigenen Wohngebiet zum Nachbarn nach dem Sankt-Florians-Prinzip fordert, handelt unsolidarisch. In allen Siebengebirgsorten muss die Bewahrung und Entwicklung optimaler Wohn- und Aufenthaltsqualität Vorrang haben.
1.4 Herausforderungen an den Paradigmenwechsel
Im Siebengebirgsraum muss die Konzentration des KFZ-Verkehrs auf die Autobahnen angestrebt und umgesetzt werden. Es wird nicht leicht sein, die Gegner dieses Konzeptes, die auf Schnelligkeit und Leichtigkeit des Verkehrs programmiert sind, zu überzeugen:
Der Landesbetrieb Straßen NRW lehnt verkehrsberuhigende Maßnahmen an Landstraßen im Siebengebirgsraum grundsätzlich ab. Das widerspreche der Zweckbestimmung der Landstraßen (Link zu Seite 81 VU). Der Landesbetrieb muss an seine gesetzlichen Verpflichtungen erinnert werden, bei der Erfüllung seiner Aufgaben die Belange des Naturschutzes (§ 2 Absatz 2 BNatSchG) und des gesunden Wohnens (§ 1 Absatz 6 Nr. 1 und Nr. 7 BauGB) zu unterstützen. Es wird Kompromisse geben müssen.
Der Rhein-Sieg-Kreis verweigert sich einem Interessenausgleich mit Bonn, das den Verkehrsengpass auf der A 565 in Endenich (Tausendfüßler) durch eine dritte Fahrspur in beiden Fahrtrichtungen auflösen will (vor und hinter dem Engpass gibt es schon heute jeweils drei Fahrspuren in jeder Richtung). Der Kreis setzt auf Beschleunigung des Motorisierten Verkehrs durch den Bau der Südtangente Bonn, um den Preis der Verlärmung unserer Wohnquartiere und des Wohnumfeldes zwischen Birlinghoven und Vinxel (Link zu 1.2). Dieser Konflikt kann durch eine Personalrochade möglicherweise aufgelöst werden.
Die IHK will die Mobilitätskosten für ihre Firmen senken (Südtangente). Schäden und Belastungen für Mensch, Natur und Umwelt gehen nicht in betrieblichen Kostenrechnungen ein und werden nicht berücksichtigt. Die IHK sollte stärker auf ihre vielen kleinen Pflichtmitglieder hören, die eine ganz andere Position vertreten.
IHK, RSK und Landesbetrieb Straßen NRW ignorieren starrsinnig die gutachterlich festgestellte Umwelt-Unverträglichkeit des Ennert- und Venusbergaufstiegs.
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- Erstellt am Mittwoch, 15. August 2012 09:28
4. Verkehrsberuhigende Maßnahmen
Verkehrsberuhigende Maßnahmen zielen auf die Wege- und Verkehrsmittelwahl der Autofahrer (link 1.1.1 Absatz 3). Diese ist vor allem abhängig von der Länge der Fahrstrecke, dem erforderlichen Zeitaufwand, den erwarteten Staubildungen und der Fahrdynamik. "Stop and Go" durch Ortsdurchfahrten, Verkehrsregelungen, Verkehrsinseln, Baumtore, u.a. kosten nicht nur Zeit, sondern auch Bequemlichkeit, stören den Wohlfühlfaktor. Mehr Lebensqualität im Siebengebirge entsteht, falls die Umfahrung des Siebengebirges auf den Autobahnen sttraktiver, die Querung des Siebengebirges auf Landstraßen weniger komfortabel wird (link 1.1.2).
Welche verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Einzelnen zweckdienlich und effizient sind, um die Verkehrsbelastungen für die Menschen erträglicher zu machen, wird im Einzelnen zu untersuchen, mit den Bürgern zu erörtern, und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu entscheiden sein.
4.1 Stauanfälligkeit Autobahndreieck St. Augustin West (A 59 / A 560)
Die Flughafenautobahn (A 59) wird zwischen dem AD St. Augustin-West und dem AD Bonn-Nordost in beiden Fahrtrichtungen vierspurig, in Fahrtrichtung Köln (ab AD St. Augustin West) dreispurig. Die Maßnahmen werden zur Zeit umgesetzt. Die Finanzierung gilt als gesichert. Der ständige Verkehrsstau an der Einmündung der Siegtalautobahn (A 560) in die A 59 wird wohl der Vergangenheit angehören, sobald die Baumaßnahmen abgeschlossen sind. Damit enfällt ein wichtiger Grund, die Umfahrung des Siebengebirges auf der Autobahnroute zu meiden.
4.2 Königswinterer Straße - L 331 -
Verkehrsberuhigende Maßnahmen zielen auf den Zeitfaktor und die Fahrdynamik. Sie dienen der Verkehrssicherheit, auch der Radfahrer, der Lebensqualität in Ittenbach und im Naturschutzgebiet. Schnelligkeit und Leichtigkeit des Verkehrs müssen zurück stehen. Neben ihrer regionalen Erschließunkgsfunktion ist sie Bestandteil der Deutschen Alleenstraße im NSG Siebengebirge. Als leistungsfähige Querspange zwischen vierspurigen Bundesfernstraßen hat sie ausgedient. Folgende Maßnahmen können in Frage kommen und die Fahrdynamik bremsen:
- Verengung der Fahrbahn auf für klassifizierte Landstraßen übliche 6 m Breite,
- Durchgängiger einseitiger Radweg westlich der Ortslage Ittenbach,
- Pflanzung von autochtonen Alleebäumen (westwärts der Peterberg-Auffahrt und ostwärts der Margarethenhöhe bis zur Ortslage,
- Verkehrskreisel an geeigneten Stellen (Zu- und Abfahrt B 42 via Bonn, Petersbergabfahrt, Margarethenhöhe, L 83 `Zum Stöckerhof`, L 83 `Aegidienberger Straße`, bereits geplant), alternativ Baumtore oder Verkehrsinseln,
- 30 KM/h in der Ortslage Ittenbach und im Bereich Margarethenhöhe.
4.3 Dollendorfer- und Heisterbacher Straße - L 268
Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit, den Zeitfaktor und die Fahrdynamik beeinflussen:
- Verengung der Fahrbahn auf für klassifizierte Landstraßen übliche 6m Breite,
- Durchgängiger einseitiger Radweg,
- Verkehrskreisel an verkehrswichtigen Stellen (Einmündung Thomasberger Straße - L 83, an der Kreuzung Siebengebirgsstraße - L 83, an der Einmündung Krötenstraße - K 25,
- Baumtor (eine Fahrspur im Wechselverkehr) an der Kreuzung L 268 / Rheinsteig, barrierefreie Aufstellflächen,
- 30 KM/h in der Ortslage Heisterbacherrott (Engstelle, Kindergarten, Kirchen, Grundschule und in der Ortslage Thomasberg / Grengelsbitze (Verkehrssicherheit, Bushaltepunkt).
4.4 Löwenburgstraße - K 8
Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit, den Zeitfaktor und die Fahrdynamik beeinflussen:
- Verkehrskreisel an der Einmündung Oberkasseler Straße / Pützchens Chaussée
- 30 KM/h in der Ortslage Niederholtorf

