Pressemitteilung

Südtangente würde regionale Probleme verschärfen, nicht lösen

NRW-Verkehrsminister Groschek soll auf –auch zeitversetzte- Planung verzichten  

Bonn/Königswinter, 23.2.2017 -  Die Südtangente würde regionale Verkehrsprobleme nicht lösen, sondern verschärfen, schreibt der Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion an NRW-Verkehrsminister Groschek. Er bittet den Minister eindringlich, die Planung nicht, wie angekündigt, zeitversetzt durchzuführen, sondern darauf ganz zu verzichten. Einem Pressebericht zufolge sei nämlich laut einem Schreiben des Referatsleiter Markus Mühl aus dem Landesverkehrsministerium „eine zeitversetzte Planung geboten“. 

„Mit der Südtangente käme man nur schneller in den Stau,“ begründet Jürgen Maier, Vorsitzender des Vereins Lebenswerte Siebengebirgsregion, die Bitte an den Minister, auf die Planung zu verzichten. Aus der Projektdatenbank PRINS des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) geht hervor, dass der Verkehr auf den Bonner Autobahnbrücken durch die Südtangente weiter gesteigert würde.  „Selbst wenn einige andere Straßen entlastet würden, wären aber die Hauptengpässe – die Brücken - wesentlich stärker belastet als ohne die Südtangente“, so Jürgen Maier. Mehr belastet würden laut BMVI auch weitere städtische Autobahnen. „Die Südtangente würde die Verkehrsprobleme mit mehr Stau, mehr Lärm und mehr Abgasen verschärfen.“

„Tunnels lassen Feinstaub ja nicht verschwinden,“ erinnert die Stellvertretende Vorsitzende Susanne Gura. „Feinstaub-Filter leisten zu wenig und kosten zuviel. Die Abgase würden aus den Tunnelportalen in Holtorf, Ramersdorf, Dottendorf und Lengsdorf, und aus Lüftungsschächten an der Trasse ungefiltert entlüftet“, warnt sie.
„Eine Bündelung des Siebengebirgs-Verkehrs auf der Südtangente wäre für Anwohner in Teilen von Königswinter vorteilhaft, aber für viele Menschen in der Region extrem nachteilig“, so Susanne Gura weiter. „Denn in Bonn sind die Feinstaub-Grenzwerte schon jetzt häufig überschritten. Der durch die Südtangente gebündelte und verstärkte Verkehr würde den Menschen, die sich täglich in Bonn aufhalten, direkt an die Gesundheit gehen.“

Das von Befürwortern gewünschte Planungsverfahren würde trotz Tunnels einen Konsens gar nicht herbeiführen können, schreibt der Verein an den für die mögliche Planung zuständigen Verkehrsminister des Landes NRW. Denn Tunnels würden viele Probleme wie die Feinstaubbelastung gar nicht lösen können. Selbst mit verlängerten Tunnels befindet der Bundesverkehrswegeplan die Südtangente zudem als hoch umweltbelastend. Die 100 Millionen Euro teure Planung soll das zuständige NRW-Verkehrsministerium daher keinesfalls beginnen, auch nicht mit niedriger Priorität oder zeitversetzt.

Die Südtangente steht auf Betreiben der regionalen CDU mit Planungsrecht im neuen Bundesverkehrswegeplan, nachdem sie aus dem Vorgängerplan 2003 durch die damals rot-grüne Bundesregierung herausgestrichen worden war.

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