Sridharan im Abseits

Der Kämmerer und erste Beigeordnete der Stadt Königswinter, Ashok Sridharan, ist in der Klemme. Nun wird er doch die Grundsanierung des maroden Hallenbades in der Königswinterer Altstadt, geschätzte Kosten 3,7 Mio Euro, beauftragen müssen, statt einen Neubau in Oberpleis zu finanzieren, im Rahmen einer Öffentlich Privaten Partnerschaft mit teilweise privater, teilweise öffentlicher Nutzung (Schulschwimmen), geschätzte Kosten 9 Mio Euro. Die anderen Investoren sind abgesprungen. Das Risiko, ob die erwarteten Besucherzahlen erreicht werden können, trägt letztendlich die Stadt. Wegen niedriger Besucherzahlen ist das ehemalige Hallenbad in Oberpleis vor vielen Jahren stillgelegt worden. Das Hallenbad in Königswinter an der Rheinschiene erfreut sich sehr hoher Besucherzahlen seit vielen Jahren, und sollte nach Meinung des VLSR grundsaniert werden. Dazu folgender Leserbrief an den Generalanzeiger, der auch veröffentlicht wurde:

 

Das Ende der Posse um Abriss, Neubau und Sanierung des Königswinterer Hallenbades ist absehbar: falls der gesunde Menschenverstand zurückkehrt. Dann würde der Koblenzer Architekt Tamburro das Lemmerzhallenbad für 3,7 Mio Euro sanieren, mit zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen für 4,3 Mio Euro. In gut zwei Jahren wäre alles in Ordnung. Ich wünsche dem Bürgerbegehren des Vereins Rettet unsere Lemmerzbäder viel Erfolg.

Zu schön, um wahr zu sein? Denn der Rat müsste selbst für den derzeitigen Hallenbad-Standort und gegen Oberpleis votieren, könnte die Entscheidung nicht länger dem Investor überlassen. Er müsste Abschied nehmen von dem vermeintlichen Heilsbringer ÖPP - Öffentlich-Private-Partnerschaft. Er würde einräumen, 600.000 Euro (GA-Bericht vom 5. Dez.) für Rechtsberatung, Projektbegleitung und Gutachten in den Sand gesetzt zu haben. Er müsste einer privaten Initiative Dank sagen, einen gangbaren Weg zur Sanierung des Hallenbades gefunden zu haben. Die Ratsmehrheit würde dem politischen Gegner nachträglich Recht geben. Auch das noch! Das alles geht natürlich gar nicht (?!), auch dann nicht, wenn es gut ist für Königswinter. Denn klar ist: Ein grundsaniertes Hallenbad am derzeitigen Standort wird ein Publikumsmagnet, am Standort Oberpleis ein Flop.

Die Unvernunft dagegen will weiter mit Rösgen verhandeln. Will die Schwimmbadfreunde von der Rheinschiene ins Ländchen komplimentieren. Tut so, als sei das Bieterverfahren noch im Gange, obwohl der Gewinner abgesprungen ist; obwohl nachverhandelt wird, abweichend von der Ausschreibung. Der Popanz Schadensersatz wird aufgebaut. Die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens wird bezweifelt werden. Und alles dient dem Ziel, das Gesicht zu wahren, anstatt Schaden von der Stadt abzuwenden.

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