Bürgerinitiativen und Verein schreiben an Minister Dobrindt und Verkehrsausschuss: "Ennertaufstieg: Nein!"

In einem gemeinsamen Schreiben haben die Bürgerinitiativen
"Ennertaufstieg: Nein!" und der Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion den Verkehrsausschuss des Bundestags und Verkehrsminister Dobrindt aufgefordert, den Ennertaufstieg aus dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2015 zu streichen.
Die Südtangente insgesamt war endlich –nach 35 Jahren- aus dem Bundesverkehrswegeplan 2003 bereits gestrichen worden. Alle in dieser Zeit erstellten Gutachten hatten ergeben:
• Keine Umweltverträglichkeit, trotz der geplanten Untertunnelung des Naturschutzgebietes Siebengebirge.
• Keine spürbare Verkehrsentlastung.

Stattdessen: Lärm, Feinstaub, zerstörte Landschaft und Natur. Weder Tunnel noch Trog würden dieses für Bonn und den Rhein/Sieg-Kreis wichtige Naherholungsgebiet vor dem Verlust bewahren können. Wegen der Zerstörung des sehr attraktiven Naherholungsgebietes würde Bonn an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Glaubwürdigkeit der Stadt als Sitz des UN-Klimasekretariates, des ICLEI, und vieler anderer Umwelteinrichtungen, wie auch als einschlägiger Konferenzstandort würde zutiefst infrage gestellt.
Bonn müsste stattdessen gemeinsam mit dem Rhein/Sieg-Kreis, in dem viele Bonner Arbeitnehmer wohnen und Steuern zahlen, zu einem international beachteten Beispiel für nachhaltige Mobilität, insbesondere beim öffentlichen Nahverkehr werden. Der Ennertaufstieg wäre genau das Gegenteil: Verkehrspolitik vom vorigen Jahrhundert!
Fast 50 Jahre Streit in der Region haben vor allem Investitionen des Rhein/Sieg-Kreises in die Nahverkehrsinfrastruktur behindert. Viele seiner Bürger fahren täglich zur Arbeit nach Bonn. Weil es Dörfer ohne sinnvolle Busverbindungen gibt und eine Fahrt von Siegburg nach Bonn fünf Euro kostet, bleibt vielen nichts anderes übrig, als zum Stau beizutragen.
Als ältestes Naturschutzgebiet Deutschlands hat das Siebengebirge zahlreiche Freunde weit über die Region hinaus. Die geplante Untertunnelung empört alle, denen der Schutz der Natur für sich selbst und künftige Generationen am Herzen liegt. Ennert und Pleiser Hügelland sind wichtige Bestandteile des Naturparkes Siebengebirge und bieten zahlreiche Attraktionen, wie die Bürgerinitiativen auf ihrer Webseite www.ennertaufstieg.de mit Fotobeiträgen unterstreichen.
Sie laden den Verkehraausschuss und Minister Dobrindt ein, sich selbst vor Ort überzeugen zu lassen, daß Ennert und Pleiser Hügelland nicht zerstört werden dürfen.

Bereits jetzt, nach nur vier Wochen, hat die Unterschriftenaktion über 1500 Zeichner gefunden. Die Markierung der Trasse vor Ort und die Simulierung von Verkehrslärm haben vielen Bürgern der Region die Augen geöffnet, welches Kleinod sie verlieren würden. Die Aktion wird fortgeführt; jeder Interessierte kann sich unter www.siebengebirgsregion.de beteiligen.

Der General-Anzeiger berichtete über die Aktion des Vereins am 8. und 10. Dezember 2014 ausführlich. Die Artikel können Sie hier einsehen: 8.12. und 10.12.

Auch die Bürgervereine Birlinghoven und Rauschendorf-Scheuren beziehen Position gegen Südtangente und Ennertaufstieg, und schreiben an die Mitglieder des Verkehrsausschusses im Bundestag.

Zum Artikel des GA vom 3.12.2014

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